Chinesisches Sprichwort

Lernen von Senior Startups in Sachen Resilienz

Vielleicht ist es ein subjektiver Eindruck, aber es scheint, als ob die meisten älteren Menschen entspannter agieren und leben als junge Menschen. Natürlich fallen einem gleich einige Umstände ein, warum das eventuell so sein könnte. Da wir uns hier aber überwiegend mit dem Thema Resilienz beschäftigen, kommt unweigerlich die Frage auf: Hat das eventuell auch etwas mit der im Alter wachsender Resilienz zu tun? Wird Resilienz mit den Jahren mehr und kann man die damit zusammenhängenden Erkenntnisse an die Jungen weitergeben?

Da ich, wie man hier lesen kann, ja ein Buch über Resilienz für Startups verfasst habe, dass in Kürze auch in Englisch erscheint, würde ich das Thema noch weiter eingrenzen wollen: Senior Startups haben in Sachen Resilienz oft einen echten Vorsprung gegenüber jüngeren. Können also junge Gründer von Senior Startups in Sachen Resilienz etwas lernen? Womit gleichen ältere Gründer z.B. eventuell nachlassende Energie aus? Von welchen Erfahrungen profitieren sie? Was hat ihnen in schwierigen Zeiten geholfen?

Hier folgen deswegen zehn wichtige Lektionen, die junge Gründer von Senior Startups (also Gründer mit viel Lebens- und Berufserfahrung) in Sachen Resilienz abgucken können:

  1. Krisen sind kein Ausnahmezustand, sondern Teil des Spiels
    Senior Gründer haben schon mehrere Abschwünge, Umbrüche und persönliche Rückschläge erlebt. Sie wissen: Probleme bedeuten nicht Scheitern – sie bedeuten Phase.
  2. Identität ≠ Startup
    Ältere Gründer definieren ihren Selbstwert seltener ausschließlich über den Unternehmenserfolg. Das schützt massiv vor Burnout und Panikentscheidungen.
  3. Geduld schlägt Tempo
    Sie denken in Jahren statt in Quartalen. Resilienz entsteht, wenn man nicht jede Verzögerung als Bedrohung interpretiert, sondern als Teil eines längeren Wegs.
  4. Emotionale Selbstregulation ist eine Führungsfähigkeit
    Senior Gründer reagieren weniger impulsiv auf Stress, Kritik oder Rückschläge. Sie haben gelernt: Nicht jede Emotion braucht sofort eine Handlung.
  5. Netzwerke tragen durch Durststrecken
    Langjährige Beziehungen ersetzen in Krisen oft Kapital, Reichweite oder schnelle Lösungen. Resilienz ist selten eine Einzelleistung.
  6. Gesundheit ist kein „Nice-to-have“
    Schlaf, Bewegung, Routinen – ältere Gründer haben oft schmerzhaft gelernt, dass körperliche Stabilität die Basis mentaler Stärke ist.
  7. Erfahrung relativiert Katastrophen
    Wer schon echte berufliche oder private Tiefpunkte überstanden hat, bewertet ein gescheitertes Feature oder einen verlorenen Kunden realistischer.
  8. Man darf Hilfe annehmen – und früh
    Senior Gründer schämen sich weniger, Mentoren, Coaches oder Sparringspartner einzubeziehen. Das beschleunigt Lernen und senkt mentale Last.
  9. Nicht alles ist kontrollierbar – und das ist okay
    Diese Akzeptanz reduziert Stress enorm. Resilienz wächst, wenn man Einfluss von Illusion trennt.
  10. Sinn trägt weiter als Ego
    Viele Senior Startups sind sinngetrieben: Wissen weitergeben, Probleme lösen, Wirkung erzielen. Sinn ist ein robusterer Antrieb als Status oder Exit-Fantasien.

Kurz gesagt:
Junge Gründer bringen Energie, Tempo und Mut, Senior Gründer bringen Gelassenheit, Perspektive und psychische Stabilität. Wer beides kombiniert, baut nicht nur bessere Startups – sondern überlebt auch die schwierigen Phasen.

Wenn du mehr willst, können wir auch noch Übungen, Mentoring-Formate oder eine Resilienz-Checkliste in einem weiteren Artikel anreißen, – oder du liest dieses Buch. 

 

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Admin Resi
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